Arbeiten unserer Facebook-Mitglieder

Die   Forschungsgruppe   versucht   eine   Plattform   zu   schaffen,   mit   deren   Hilfe   man   versucht   auf-   und  erklärend   Wissen auszutauschen,   sowie   neue   Erkenntnisse   zu   gewinnen. Unsere Gruppen-Mitglieder stehen in regem Austausch mit uns, wir erhalten viel Zuspruch und Lob aber auch tolle, eigens durchgeführte Exkursionen und Bildbeiträge. Hier finden Sie eine kleine Auswahl dieser Ausarbeitungen. Vielen Dank für euer Engagement! 


  • "Zeugen der Zeit" östlich von Golzow (Oderbruch)
  • Kampfgebiet Berlin-Charlottenburg
  • Spuren des Kampfes in Berlin - ein geschultes Auge findet auch diese!
  • "Zeugen der Zeit" in Gubin (Polen)
  • Berlin - SEKTOR „Z“(Zitadelle)
  • "Zeugen der Zeit" Groß Gastrose / Mühlenspeicher


  • Museum der Festung Küstrin
  • Museum der Festung Küstrin
  • Museum der Festung Küstrin
  • Museum der Festung Küstrin
  • Museum der Festung Küstrin

 

  • Fotoreihe Heeresversuchsanstalt Kummersdorf
  • Fotoreihe Heeresversuchsanstalt Kummersdorf
  • Fotoreihe Heeresversuchsanstalt Kummersdorf
  • Fotoreihe Heeresversuchsanstalt Kummersdorf
  • Fotoreihe Heeresversuchsanstalt Kummersdorf
  • Fotoreihe Heeresversuchsanstalt Kummersdorf
  • Fotoreihe Heeresversuchsanstalt Kummersdorf


 



DIE HÖLLE VON DAMALS IST HEUTE EINE FRIEDVOLLE LANDSCHAFT

„Wer hier um die Sommerzeit seines Weges kommt, wenn die Rapsfelder in Blüte stehen und ihr Gold und ihren Duft über das Bruchland hin ausstreuen, der glaubt sich wie durch Zauberschlag in ferne Wunderländer versetzt, von denen er als Kind geträumt und gelesen. Unvergesslich aber wird der Eindruck für den, den ein glückliches Ungefähr an einem Pfingstheiligabend an diesen Höhenrand führt. Die Feuchte des Bruches liegt dann wie ein Schleier über der Landschaft, alles Friede, Farbe, Duft und der ferne, halb ersterbende Klang von dreißig Kirchtürmen klingt in der Luft zusammen, als läute der Himmel selber die Pfingsten des nächsten Morgens ein“  

So beschreibt Theodor Fontane im Jahre 1863 das Oderbruch. Das Land das durch die Jahrhunderte so viel Leid erfahren hat. Als wäre er erst gestern zu seiner „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ aufgebrochen, so bietet das Bruch seinen Besuchern heute eben diesen friedvollen Anblick. Doch der Klang von dreißig Kirchtürmen ist verstummt. Einzig ihre Ruinen, die vielerorts einem Jeden begegnen, mahnen uns - bis heute. Hier, „wo Gottes Segen das Herz berührt“, erreicht im Frühjahr 1945 der Krieg die Oder.

Es kämpft der Mensch gegen die Maschine, der Einzelne gegen den Sturm. „Dann liegen sie als armes Würmchen dort unten im Schützengraben und die Erde zittert. Wie das Herz zittert, danach fragt keiner.“

Nur 82 Jahre später wird dieses so friedlich daliegende Land eine Bühne. „Der Vorhang hebt sich zum letzten Akt“. So beschreibt ein Panzerkommandant das Aufblitzen der tausend Rohre am Morgen des 16.04.1945. Um 4 Uhr „zuckt der gesamte östliche Himmel rot auf, es ist plötzlich taghell. Zitternd vor Nässe, Kälte und wohl auch Angst liegen wir in unseren Löchern und verfluchen die Russen.“ Der Kampf auf Leben und Tod beginnt ein letztes Mal in diesem Kriege.

Als die Waffen schwiegen, wird die Heimat wohl nie wieder bewohnbar sein: „Der Ort, wo ich meine Kindheit verlebte, bot einen Anblick, den ich nie vergessen werde. Überall- in den Gärten, auf dem Kirchhof, in den Höfen – lagen Tote, manche waren auf der Straße von Panzern zerfahren, dazwischen Pferde mit aufgedunsenem Leib und zerschossene Fahrzeuge.“

Diese Erde, zwischen Oder und Elbe, wird die Bühne für Verwüstung, Elend, zehntausendfachen Tod und  sowjetische Soldaten, die den Deutschen-Angriffskrieg aus ihrer Heimat trugen um ihn im Mai des Jahres in Berlin zu begraben. Die, die den Krieg nicht überlebten bleiben in den Erinnerungen ihrer Lieben, die meist unbeobachtet ihre Bilder in die Hand nehmen. Gesichter die nicht älter werden. Die, die den Krieg überlebten, sprachen selten - zu erschütternd ist das Erlebte, zu lebenswert die Zukunft, in der es keinen Platz für Vergangenheit gibt.

Die Geschichte der Söhne Russlands und Deutschlands, die noch heute ihre Ruhe in der Feuchte des Bruches suchen, ihre Geschichte, liegt heute wie ein Schleier über der Landschaft, die nun wieder Friede, Farbe, Duft und Ferne birgt. 


  • Seelower Höhen bei Libbenichen
  • Dolgelin Saumberg im Sommer 2019 - Der Blick geht ins Oderbruch, eine heute friedvolle Landschaft